Wir sind zu satt

Beitrag von | 13.August 2017 | Kategorie: Zitat der Woche
suedkurve_hungrig

Bei der Recherche, warum Holstein Kiel „Die Störche“ genannt wird, klickte ich mich so von Seite zu Seite und stieß dann auf einen spannenden Begriff: Nimmersatt. Dieser beschreibt eine Gattung der Tierfamilie Storch und weckte mein Interesse.

Denn schon seit Saisonbeginn beschäftige ich mich mit der Frage, warum die Anfangseuphorie unter den Fans fehlt. Es ist ziemlich ruhig, etwas zu ruhig für meinen Geschmack – und damit meine ich nicht nur die Atmosphäre im Stadion, die durch die Blocksperre erwartungsgemäß durchschnittlich ausfiel. Es ist ein gewisses Sättigungsgefühl eingetreten, wie man es vielleicht von Silvester kennt, nach 13 Pfannen Raclette. Klar ist, es gibt noch Feuerwerk, aber man könnte auch direkt auf die Couch.

nimmersattDieses Sättigungsgefühl scheinen viele Eintracht-Fans auch zu empfinden, denn sowohl in Düsseldorf (ja, ok, es war ein Montag, aber trotzdem) als auch gegen Heidenheim blieben eine Menge Plätze leer und eine Menge Kehlen stumm.

Das ist jetzt keine Kritik, sondern nur eine subjektive Feststellung, und es ist vielleicht auch normal. Die Stimmung im Rückspiel gegen wob war außergewöhnlich, mitreißend, spektakulär. Gänsehaut über 45 Minuten. Böller, Gegentor, Niederlage waren dann zu viel, wie das letzte Stück Schwarzwälder Kirsch, das man lieber weggelassen hätte. Und wo soll der Hunger jetzt her kommen?

Die beste Therapie sind Siege, vier Punkte aus den ersten beiden Spielen waren da ein durchaus leckerer Start. Nun macht das Pokal-Aus, was wir in der Rubrik „Licht und Schatten“ noch einmal Revue passieren lassen werden, nicht gerade Lust auf mehr.

Insgesamt müssen wir alle uns wohl das eine oder andere Spiel auf schwere Kost einstellen, aber hungrig sollten wir bleiben. Das schließt auch die Mannschaft mit ein, die es einfach noch ein Stück mehr wollen muss in solchen Spielen wie am Freitag.

Also, wir sehen uns am Freitag gegen Aue und schlagen uns so richtig den Magen voll. Bon Appétit.

Autor

Christoph Köchy

Christoph Köchy schrieb die BZ-Kolumnen "Wahre Liebe ist..." und "Der Löwe lebt" und fand, es war an der Zeit für einen Eintracht Fan-Blog.