Thekenexperten: Return of the Rechenschieber

Beitrag von | 07.Mai 2015 | Kategorie: Thekenexperten
Thekenexperten

Und es geht schon wieder los. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, auf der Zielgeraden der Zweitligasaison nur noch auf die Löwen zu schauen. Bei Siegen würde ich mich freuen, Niederlagen wären – ob der bereits erreichten Punktzahl – halb so schlimm. Nur sollte der Blick um Himmels Willen nicht mehr auf die Tabellenspitze schweifen. Mit einem möglichen Aufstieg hatte ich mental abgeschlossen.

Am Ende des Tages obsiegt aber eben doch die Sehnsucht nach Erfolg – ob es nun Sinn macht oder nicht: Nachdem eine Reihe von Erstligaanwärtern ebenfalls Punkte bei Clubs aus den unteren Tabellenregionen haben liegen lassen, fällt es schwer, den Rechenschieber im Schrank zu lassen … aber der Reihe nach.

Vorerst begann der 31. Spieltag ganz nach Plan: Im Stadion angekommen, die obligatorische Bratwurst geordert und auf Fußball in der Frühlingssonne gefreut. Spekulationen über den möglichen Ausgang der anderen Partien spielten bei mir persönlich keine Rolle – so, wie ich es mir fest vorgenommen hatte. Die erste Hälfte stand ganz im Zeichen von „das war schön gedacht, aber …“. Zwar konnten sich die Blau-Gelben dank mehrerer sehenswerter Kombinationen an das gegnerische Tor annähern, für das finale Quäntchen fehlte schlussendlich aber die Präzision.

Spannung kam lediglich durch den Fehlgriff Gikiewiczs auf. In der Halbzeit kommentierte jemand diesen misslungenen Klärungsversuch mit einem leichten Seitenhieb: „Das der Gikiewicz da die Kartoffel so heiß macht … der hat sich vorher wohl ein Davari-Best-Of angesehen.“

Durch den Umstand, dass Lieberknecht mittlerweile seine Auswechselriten etwas umzustellen scheint und sich den ersten Spielertausch nicht mehr exklusiv für die letzten zehn Spielminuten aufspart, gab es dann doch noch etwas zu bejubeln. Was die Durchschlagskraft eines gelernten Mittelstürmers doch manchmal an Endorphinen freizusetzen vermag.

Bezüglich meiner subjektiven Denke lag demnach soweit nichts im Argen. Zwei weitere Saisontore gab es zu feiern und der Sieg gegen den FSV Frankfurt trug sein Übriges zum wochenendlichen Wohlbefinden bei.

Dann aber kam der Sonntag und die damit verbundenen Erfolge Aues und St. Paulis. Plötzlich ist es wieder kompliziert, sich des aufflackernden Aufstiegsdufts zu erwehren – so sehr man es sich auch vorgenommen hatte. Kaum auszudenken, wenn die Eintracht am nächsten Spieltag in Nürnberg gewinnen sollte und Darmstadt im Montagabendspiel die Punkte mit Karlsruhe teilt. Und im unmittelbaren Anschluss sind die Badener dann ja auch noch zu Gast an der Hamburger Straße. Ich suche schon einmal den Rechenschieber …

Autor

Tobias Feuerhahn