Saisonendspurt: Auf geht’s, Eintracht!

Beitrag von | 15.April 2018 | Kategorie: Allgemein, Lage der Eintracht

„Endlich mal wieder Unentschieden“ wird sich keiner nach dem Spiel gegen Dresden gedacht haben, hatten wir dieses Jahr schließlich oft genug. Ein Punkt, der insgesamt schmeichelhaft und wichtig, aber irgendwie doch zu wenig war. Die Mannschaft knüpfte gerade im ersten Durchgang nahtlos an die Leistungen der 2. Hälfte gegen Duisburg und die des enttäuschenden Auswärtsauftritts in Bochum an.

Aber eins nach dem anderen… Voller Hoffnung und mit ganz viel Rückenwind aus dem Duisburg-Spiel ging es zunächst am Ostersonntag in den „Pott“. Die Mannschaft stand wie immer unter Druck und musste beim VfL Bochum abliefern. Was sie auch tat: drei dicke, fette Ostereier mit Schleifchen.  Hatten wir uns anders vorgestellt. So richtig wach geworden sind die Jungs erst nach dem Spiel in den Interviews, als sie gemerkt haben, welch Chance sie verpasst haben. So wirkte es zumindest. „Dutt“ Morning!

Statt Wiedergutmachung kam es gegen Dresden dann zum nächsten spielerischen Offenbarungseid. Auffällig war hierbei der erneute frühe Wechsel. Die beiden Pechvögel waren Nico Kijewski gegen Bochum und Louis Samson gegen Dynamo. Beide standen zwar ziemlich neben sich, der Rest der Mannschaft aber ebenso. Vielmehr hatten sie das Pech, dass ausgerechnet ihre Fehler direkt zum Gegentor bzw. Elfmeter geführt haben.

Lieberknecht stellt sich grundsätzlich fast schon väterlich vor seine Schützlinge. Man denke nur an seine Reaktion auf einige Pfiffe gegen seine Jungs nach dem Heimspiel in der Hinrunde gegen Aue. Trotzdem war er sich nie zu schade auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Klar, das darf man als Trainer natürlich auch nicht. Dass er nun zweimal so radikal durchgegriffen hat, ist dennoch eher untypisch. Das könnte ein Indiz für einen härteren Umgang innerhalb Mannschaft sein, der in dieser sportlich schwierigen Situation, bestimmt sogar notwendig ist.

Eintracht trat zuletzt gegen Duisburg (2. HZ), in Bochum und zuhause gegen Dresden nicht wie der angeschlagene und um eine sportliche Antwort bemühte Boxer auf. Sondern eher wie der Boxsack, auf den einfach raufgehauen wurde, denn es gab wenig Gegenwehr unsererseits. Dynamo war mutig, ein gewisser Spielwitz war zu erkennen. Wir waren aufs Verteidigen beschränkt, taten das aber nicht aufopferungsvoll genug, sodass Dresden zu vielen Chancen kam. „Das“, so Uwe Neuhaus nach der Partie, „ist in Braunschweig sehr ungewöhnlich“. Bis auf Philip Hofmanns wunderschönes Eiertor, das man besonders ihm so sehr gönnt, war unsere Offensive praktisch nicht existent, wenn nicht mal ein langer Ball irgendwie durchrutschte.  Harmlos und erschreckend ideenlos.

Das Motto #arschhoch trifft es auf den Punkt, denn es geht in die heiße Phase! Die Kurve hat bereits deutlich gemacht, dass sie das verinnerlicht hat. Bedingungslose Unterstützung trotz ausbaufähiger Leistungen. Auch zuletzt war die Mannschaft „stets bemüht“. Nur reicht das natürlich nicht, wenn man für den großartigsten Verein der Welt spielt und darüberhinaus nicht dafür, die Klasse zu halten. Das Motto hat mit Sicherheit auch die Mannschaft im Kopf, das müssen wir ihr zu Gute halten und sollten nicht die Mentalitätsfrage stellen. Nur wäre es wünschenswert, sie würde sich auf dem Platz so präsentieren und uns auch genau dieses Gefühl vermitteln, sich komplett zu zerreißen. 90 Minuten Vollgasveranstaltung!

Kritik entsteht, wo Sorge aufkommt. Der Ursprung jeder blau-gelben Kritik ist die Sorge um das Wohl unseres Vereins. Wer sich aber wirklich ernsthaft sorgt, sollte sich vielleicht auch einfach mal auf die eigene Zunge beißen. Vorallem aktuell, im alles entscheidenden Saisonendspurt. Das hat nichts damit zu tun, naiv über die bedrohliche Situation hinwegzusehen, im Gegenteil. Es ist der einzige Weg, sich gemeinsam aus der Situation zu befreien. Denn was die Mannschaft jetzt braucht, ist die absolute Rückendeckung.

Die Vorfreude ist laut Lieberknecht wieder riesig, sodass er unserem Scout sogar schon das Darmstädter Vereinslied vorsang, wie er auf der Pressekonferenz verriet. Wenn es die Jungs nun schaffen, den unbändigen Willen richtiger Löwen auf den Platz zu bringen, wäre das ein großer Schritt. Sollte das nicht zum Sieg reichen, machen wir der Truppe wieder Mut, klatschen ihr zu und tragen sie zum Heimsieg in der nächsten Woche gegen die dicke Arminia aus Bielefeld.

Wollen wir also hoffen, dass wir uns alle entgegen des Sprichworts „Vorfreude ist die schönste Freude“ nach dem Spiel über drei so wichtigen Auswärtspunkte noch mehr freuen, als wir uns im Vorhinein ohnehin auf das Spiel bei den Lilien gefreut haben.

Also: Arsch und Wolters hoch, zum Wohl!

Autor

Moritz Fischer