Jetzt bloß nicht den Sand in den Kopf stecken

Beitrag von | 27.August 2013 | Kategorie: Lage der Eintracht, Zitat der Woche
lagedereintracht

Es war schon eine etwas seltsame Atmosphäre am Sonntag. Gegen Bremen war die ganz große Euphorie zu spüren, das gesamte Stadion kribbelte, es war lange vor Anpfiff schon richtig intensiv. In Dortmund wurde das Ganze noch getoppt, ich persönlich habe solch einen Support noch nie erlebt, auch über die Eintracht hinaus (und ich war schon einmal mit Liverpool bei Man United, das war nicht lauter). Vor dem Frankfurt-Spiel änderte sich die Stimmung ganz leicht von dieser „Geil-wir-sind-Bundesliga“ zu „Gegen-die-musst-du-jetzt-aber-punkten.“ Habe mich selbst ertappt, wie ich zwischendurch fast enttäuscht war, und muss mich dafür gerade noch einmal ohrfeigen.Das hier ist die 1. Fußball Bundesliga. Und in eben dieser wurde Frankfurt letztes Jahr 6. und spielt Europapokal. Nur weil die auch null Punkte hatten (davon einmal aus Versehen überrollt in Berlin und einmal gegen Bayern), müssen wir gegen die nicht gewinnen.

Die sind besser als wir.
Alle sind besser als wir.

Deshalb stehen wir zu Recht auf dem letzten Tabellenplatz. Aber, und das ist ein entschiedenes Aber, was nicht nur durch die blau-gelbe Brille gilt: Das kann sich noch ändern. Für nahezu alle Spieler im Kader war es das dritte Bundesligaspiel und natürlich spielst du dann auch mal Pässe über fünf Meter ins Aus, für die du auch bei Wacker Dritte vom Captain einen Einlauf bekommst.

Wir wussten doch alle, dass es schwer werden würde. Mit unserem Konzept war immer klar, dass es exakt so schwer werden würde. Aber ich bin froh über diesen Weg ohne osteuropäische Altstars, ohne Risikotransfers, ohne Task Force, ohne persönliche Eitelkeiten.

Daher lasst uns jetzt bitte nicht den Fehler machen und unser Anspruchsdenken verändern. Wir sind der Mega-Underdog aber jetzt kommt meine Lieblingsphrase: „Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie.“ Es sind nur zwei Teams, die wir hinter uns lassen müssen. Und da sehe ich durchaus Potential in Augsburg, Freiburg oder Nürnberg. Zudem ist einer immer überraschend unten drin, siehe Stuttgart oder Hamburg.

Das soll auch keine Durchhalteparole sein, wir können den Klassenerhalt schaffen. Aber nur, wenn sich alle der Situation bewusst werden, dass die Mannschaft uns so braucht wie gegen Bremen oder in Dortmund. Bedingungsloser Support über 90 Minuten ohne die aufkeimende Ungeduld, dass man doch jetzt endlich mal gewinnen müsse. Die Siege werden schon noch kommen.

Wir sind wieder da. Und wir sind gekommen um zu bleiben.

Autor

Christoph Köchy

Christoph Köchy schrieb die BZ-Kolumnen "Wahre Liebe ist..." und "Der Löwe lebt" und fand, es war an der Zeit für einen Eintracht Fan-Blog.