Immota Fides – Unerschütterliche Treue!

Beitrag von | 21.Dezember 2017 | Kategorie: Allgemein, Lage der Eintracht
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Immota Fides- unerschütterliche Treue! Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende, höchste Zeit also für einen Jahresrückblick durch die blau-gelbe Brille. Im Folgenden blicken wir gemeinsam auf ein Fußballjahr zurück, das so ziemlich alles an Dramaturgie für uns parat hatte. Wir haben ein herausragendes Jahr 16/17 gespielt, was wohl die wenigsten so erwartet haben. Zurzeit stecken wir mitten im stocküsteren Tabellenkeller und finden den Lichtschalter nicht.

RELEGATIONSRUCKSACK
Als Fast-Aufsteiger des Vorjahres haben wir uns dieses Jahr natürlich mehr erhofft. Neben einer handvoll anderer Mannschaften wurden wir auch dieses Jahr wieder als Topkandidat für den Aufstieg gehandelt. Nach der Hälfte der Saison muss man nun leider bilanzieren, dass wir diesen Erwartungen nicht gerecht werden konnten. Genau wie in Karlsruhe und Nürnberg in den vergangenen Jahren hat auch bei uns die Relegationsdepression Einzug gehalten. Ein Phänomen, das gleichermaßen normal wie alarmierend ist.

UNENTSCHIEDENKÖNIGE
Der Remis-Rekord in der Bundesliga liegt bei 18 Punkteteilungen in einer Saison, aufgestellt vom 1. FC Köln 91/92 und vom 1. FC K‘lautern 95/96. Ein Wert, über den wir am Ende des Jahres vielleicht nur müde lachen werden, denn wir kommen aktuell schon auf 10. Am Ende wäre es ein Titel, auf den wir alle wohl gut und gern verzichten würden. Je häufiger man sich die Punkte mit dem Gegner teilt, desto mehr verlieren sie jeweils an Wert. Zumindest wenn man dabei vergisst, Spiele zu gewinnen. Dass wir nun so tief reingerutscht sind, ist somit kaum verwunderlich. Andererseits gelang es erst 4 Mannschaften, uns zu schlagen. Das darf und sollte uns sogar Mut machen.

GRÖßENWAHN
Dass wir überhaupt um den Aufstieg spielen durften, war mit einer Menge Glück verbunden. Viele knappe Siege, späte Tore und glückliche Schiedsrichterentscheidungen zu unseren Gunsten waren zwar nicht die einzigen Gründe unseres Höhenflugs, jedoch entscheidende Faktoren. Das war uns aber völlig zurecht egal, denn Eintracht hat wahnsinnig Spaß gemacht. Das würden wohl auch die Unioner so unterschreiben. Jens Keller wurde trotz zweimaliger Einstellung des Vereinsrekords entlassen. Auch in Bochum ist der Anspruch weit von der Realität entfernt, sodass schon früh in der Saison der Kopf von Ismail Attalan rollen musste. Friedhelm Funkel brach für uns eine Lanze und brachte es auf den Punkt, indem er sagte, dass es immer mal verschiedene Phasen gibt. Mal läuft es mehr, mal weniger. Zurzeit läuft es weniger bei uns. Ich bin guter Dinge, dass die Verantwortlichen genauso cool bleiben wie gewohnt und nicht doch auch in diesen Größenwahn verfallen. Würden wir im Winter 4 Brasilianer für jeweils 2 Millionen Euro holen und den Trainerposten neu besetzen, wäre das eine vereinspolitische Antwort auf den unzureichenden Platz 14. Zum einen würde das Projekt aber finanziell ziemlich knapp werden, zum anderen haben die Willi Reimanns, Djuradj Vasics, Otacilios und Leozinhos der Vergangenheit gezeigt, dass es am Ende gar nichts bringt.

WERTE
Die Legitimation RB Leipzigs, das Spielen am Montagabend, die völlig abstrusen Transfersummen und die korrupte FIFA an internationaler Spitze zeigen, wie sich der Fußball entwickelt hat. Es geht bloß um die Kohle. Eigentliche Werte wie Treue, Vereinsliebe, Vertrauen und Zusammenhalt verlieren leider mehr und mehr an Bedeutung. Umso wünschenswerter wäre es, wenn wir uns entgegen dieser Entwicklung selbst treu bleiben würden und in Eintracht zurück in die Spur finden. Wo die Reise am Ende dieser Saison hingeht, kann man aktuell nur schwer einschätzen. Wenn wir die nötige Ruhe bewahren, pendeln wir uns wahrscheinlich irgendwo im Mittelfeld ein. Natürlich macht es mehr Spaß, ganz oben in der Tabelle mitzuzaubern. Das wird allerdings in dieser Saison kaum noch zu realisieren sein.

VORSÄTZE
Die Mannschaft kämpft und opfert sich für unsere Farben auf, spielte darüberhinaus aber leider teilweise Fußball zum Abgewöhnen. Der Relegationsrucksack sollte nun nach 18 gespielten Partien weniger wiegen, denn mittlerweile sind wir logischerweise eher Abstiegs- als Aufstiegskandidat. Vielleicht fällt dadurch sogar mehr Druck ab, als er durch die prekäre sportliche Situation aufkommt. Wenn es uns gelingt, das ein oder andere Unentschieden in einen Sieg umzumünzen, klettern wir in der Tabelle zwangsläufig nach oben. Die wichtigsten Vorsätze sollten aber die sein, nicht größenwahnsinnig zu werden und für die typischen Eintracht-Werte einzustehen. Nur das macht uns zu diesem großartigen und besonderen Verein. „Wer kämpft, darf verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Für uns alle kommt die Pause sehr gelegen, einfach mal durchzuschnaufen. In unerschütterlicher Treue werden wir auch nächstes Jahr gemeinsam die Mannschaft nach vorne peitschen und mit Sicherheit viele tolle Spiele erleben.

Frohe Weihnachten, ihr Löwen…come back stronger, Eintracht!

Autor

Moritz Fischer