Eintracht lebt!

Beitrag von | 08.Dezember 2017 | Kategorie: Allgemein, Lage der Eintracht

Alle, die in Braunschweig und Umgebung leben und sich noch gewundert haben, warum am Sonntagabend sämtliche Sirenen in Dorf und Stadt geheult haben: die 2.Liga-Tabelle hat die 112 gewählt, um einen großflächigen Brand zu melden… Unsere Eintracht ist auf PLATZ 15 abgerutscht, punktgleich mit den schon lauernden Lilien auf 16. Man konnte tabellarisch von Darmstadt bis Braunschweig spucken und wieder zurück.

Der vom aktuellen Bundesligaabsteiger belegte Relegationsplatz zur 3. Liga war uns, dem Fast-Aufsteigerdes Vorjahres, plötzlich ganz nah. Da überlegt der 2. Liga-Virtuose nur wenige Sekunden, um kopfnickend festzustellen, dass diese beiden Mannschaften doch eigentlich als Aufstiegskandidaten gehandelt wurden. Doch genau das macht diese Liga dieses Jahr so besonders: es kann von keiner Favoritenrolle mehr gesprochen werden, sie ist ausgeglichen wie nie.

Risiko und Chance liegen hier ganz nah beieinander. Das Risiko wurde uns eindrucksvoll in der Tabelle vor Augen geführt. Sie ist das Ergebnis einer unzureichenden Punkteausbeute bei meist ordentlichen Leistungen. Andererseits ist die Chance groß, bei einem Sieg Riesensprünge zu machen. Denn nach ergaunertem und hochverdientem 2:0-Auswärtssieg bei unserem persönlichenPunktelieferanten aus Ingolstadt sprang Blau-Gelb auf Platz 9. Die Welt war wieder in Ordnung.

Das Spiel war dank unseres Keepers noch offen zur Halbzeit. Was Jassi da wieder gezeigt hat, war bärenstark. In Halbzeit zwei schossen die Ingolstädter mit Schaum vorm Mund aus nahezu allen Lagen aufs Tor, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Das war der Eintracht also egal. Unser zurzeit bestes Pferd im Stall kommt aus Nigeria, heißt Manni und ist momentan kaum zu bremsen. Ruckzuck und in bester Mannier spielten wir zwei vielversprechende Kontersituation bestmöglich aus und schossen zwei Tore. Hinten standen wir gut genug, um auch mal zu null zu spielen. So einfach kann Fußball sein, denkt sich der 2.Liga-Virtuose. Er vergisst dabei oft, was für eine Arbeit dahintersteckt. Gut gemacht, Jungs!

Die beeindruckende Ingolstädter Serie und unsere schlechte Punkteausbeute machten uns zuletzt zum klaren Außenseiter. Vielleicht konnte die Mannschaft auch deswegen befreiter aufs Feld gehen. Am Ende erkämpften wir uns den Sieg und haben uns erstmal wieder Luft verschafft. Nun warten zum Jahresabschluss zwei richtige Leckerbissen des Unterhauses, die besonders fruchtigen Früchte der Saison, die Erdbeeren des Julis: Kiel und Düsseldorf. Die beiden aktuell Bestplatzierten kommen noch an die Hamburger Straße. Mit zwei Siegen könnten wir oben angreifen, bei zwei Niederlagen hängen wir wieder im Schlamassel. Man kann aus der Tabellensituation keine Rückschlüsse ziehen. Bei den größenwahnsinnigen Köpenickern ist das offenbar nicht angekommen, sodass Jens Keller kurzerhand entlassen wurde, obwohl er in beiden Jahren bei Union den vorherigen Vereinsrekord eingestellt hat. Wenn also alles glatt läuft, könnte Eintracht noch einen richtig besinnlichen Jahresausklang hinlegen. Den hätten wir uns alle nach diesem turbulenten Jahr redlich verdient.

Flutlicht an…

Foto: Fabian Brandes

Autor

Moritz Fischer