Sportliches Ausrufezeichen setzen

Beitrag von | 08.September 2017 | Kategorie: Allgemein
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Sportlich relativ ruhig ist es um unsere Eintracht die letzten Tage geworden. Grund dafür: die Länderspielpause. Medial wurde wieder ein Salto nach dem anderen geschlagen: Nazi-Parolen einiger Deutscher in Tschechien und das aufs Schärfste zu verurteilende Unterbrechen der Nationalhymnen. Wenige Tage später folgte dann die Kehrtwende im Fall Timo Werner. Bei seinem “Heimspiel” in Stuttgart avancierte er vom Lemurensohn zum verlorenen Kind der Stadt, wurde frenetisch bejubelt und alle hatten sich lieb. Gott sei Dank ist dieser ganze Hokuspokus fürs Erste vorbei und es gibt wieder ehrlichen Zweitligafußball zu bestaunen. Letzte Woche Montag teilten sich die roten Teufel und unsere Löwen auf dem altehrwürdigen Betze einen Zähler. Absolut gerecht, allerdings wenig zufriedenstellend. Kapitän Kopfnuss Norbert Meier schaukelte Ende letzten Jahres das Schiff des FCK gerade so am Abgrund und der 3. Liga vorbei. Viel ruhiger sind die Gewässer für die Pfälzer allerdings auch in diesem Jahr nicht geworden, das spiegelt sich in der Tabelle und auf dem Platz deutlich wieder.

Nach einer vielversprechenden ersten Halbzeit gelang es uns nicht, den Sack zuzumachen und an die ersten 45 Minuten anzuknüpfen. Sehr schade, denn da wäre mehr drin gewesen! Jedoch war es ein Remis in einem Auswärtsspiel, das durchaus als Punktgewinn zu bezeichnen ist, wenn das darauffolgende Heimspiel gewonnen wird. Kommenden Sonntag geht es gegen die spielstarken Spieler aus dem sorgenlosen Sandhausen. Trotz ihrer beachtlichen Zweitliga-Vita denkt man eher an “Bauer sucht Frau” als guten Zweitligafußball, wenn man an das Örtchen Sandhausen denkt. Zu Unrecht!

Unaufgeregt und wenig spektakulär ärgern sie seit schon 6 Jahren die Favoriten der zweiten Liga, wie kürzlich vor ca. einem Monat den FC Ingolstadt beim 1-0-Heimsieg. Unterschätzt werden darf diese Mannschaft nicht, dafür gibt es schließlich auch keinen Grund, denn in der Tabelle stehen sie mit bereits 7 erspielten Punkten vor uns. Anspruch MUSS es aber sein, Sonntag das Spiel zu gewinnen! Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an das 6-0 in der 3. Liga damals gegen den SVS. Damals schossen uns Kingsley Onuegbu und Dennis Kruppke im Alleingang zum Kantersieg, das war feinste Unterhaltung.

Ein weiterer Mutmacher für Sonntag ist die Bilanz gegen die Jungs vom Hardtwald in der zweiten Liga: Bisher konnte Eintracht 7 von 8 Spielen gewinnen, war aber “nur” um 7 Tore besser als Sandhausen. Sollten die drei Punkte also in Braunschweig bleiben, wäre ein Sieg um mehr als ein Tor unwahrscheinlich, da die Spiele immer auf Augenhöhe verliefen. Es heißt also: Kampf annehmen, Fußball spielen und dem Gegner gar nicht das Gefühl geben, irgendwas bei uns holen zu können!

Mit einem sportlichen Ausrufezeichen am Sonntag würde die Kritik deutlich ruhiger und die Freude auf das Topspiel bei Union Berlin nächsten Freitag wesentlich größer werden. Noch ist es viel Träumerei, aber: sollten wir dann auch noch in Berlin gewinnen, wären wir wieder ganz oben mit dabei und die Wogen wären sportlich schon mal geglättet. Die Aufstiegseuphorie ließe dann nach dem sechsten Spieltag wahrscheinlich auch nicht lange auf sich warten, so ist es bei Eintracht nun mal. Erst einmal aber haben wir Sonntag eine schwere Aufgabe vor der Brust, die es gemeinsam zu bestehen gilt. Alles, was danach kommt, “Das ist Schnee von morgen”, um es in Jens Jeremies Worten auszudrücken. Kämpft wie die Löwen!

Autor

Moritz Fischer